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Dem Normalzustand den Krieg erklären!

Wir haben anlässlich der IMK in Wiesbaden ein Flugblatt geschrieben.

Dem Normalzustand den Krieg erklären!
Dem Normalzustand den Krieg erklären als pdf

„Die kybernetische Hypothese ist also eine politische Hypothese, eine neue Fabel, welche die liberale Hypothese seit dem Zweiten Weltkrieg endgültig verdrängt hat. Im Gegensatz zu jener schlägt sie vor, die biologischen, physischen und sozialen Verhaltensweisen als voll und ganz programmiert und neu programmierbar zu betrachten.“ (tiqqun)

Es lässt sich nicht leugnen, dass die Ideologie des Liberalismus jede Bedeutung verloren hat. „Ihr seid längst tot, habt nur vergessen umzufallen“, schrieben die neocommunistinnen in einem ganz anderen Zusammenhang. Das trifft auch hier zu, in diesem Fall auf die hilflosen Apologeten einer längst beerdigten Ideologie. Nach Luft schnappend beschweren sie sich über Sicherheitsstaat, innere Aufrüstung und das, was sie Demokratieabbau nennen. Es gibt keinen Demokratieabbau. Es gibt einen Demokratieumbau. Das Fortschreiten der Entwicklung der Produktionsmittel und die damit einhergehende Transformation des gesellschaftlichen Überbaus führt uns zu einer Demokratie, die direkte Demokratie mit Entscheidungsfreiheit verwechselt, die die Ökologie gegen die proletarisierten Massen des Trikont in Anschlag bringt, die wieder foltern und zensieren wird, in der Verlässlichkeit und Sicherheit an die Stelle der Freiheiten der bürgerlichen Epoche treten. Doch der Unterschied ist marginal: die hässliche Fratze des Kapitalismus legt nur ein wenig der dicken Schminke ab, unter der sie sich vor den Blicken der Kritiker_innen verbirgt.
Eine solche Gesellschaft benötigt und erzeugt die Subjekte, die zu ihr passen. Doch dazu später mehr.

„When I say ‚the police are an absolute enemy,‘ I do not mean only when their function is the authority of deadly force. Whereas anytime someone is murdered by police, we should experience this as an attack on us; the normal function of the police is far more subtle and banal, but it is also as detrimental. The sneaking suspicion that the camera on the corner somehow finds itself linked to your coworker, your school mate or your room mate and finally the trigger finger of Deejay Steel, rookie cop is not a paranoia. It’s the reality of a society saturated by police.“ (crimethinc)

„Der Notstand ist kein Rechtszustand, sondern ein Raum ohne Recht. (agamben)

In der Tat: „Im sogenannten Kampf gegen den Terror hat sich die IMK in letzter Zeit einiges einfallen lassen,“ wie es einige Genoss_innen aus Mainz und Wiesbaden formuliert haben. Und weiter: „Videoüberwachung öffentlicher Plätze und Gebäude nehmen weiter zu. Selbst in alltäglichen Bereichen wie ÖPNV und Fußballstadien kommt es zu repressiven Maßnahmen um beispielsweise das Sicherheitsrisiko Fußballfan zu reduzieren. Der exzessive Einsatz von ‚weniger-tödlichen Waffen‘ wie Pfefferspray, modernen Wasserwerfern und neuerdings Pepperballs und Teleskop-Schlagstöcken, führt immer wieder zu schweren Verletzungen bis hin zu gesundheitlichen Spätfolgen. In der Vergangenheit wurden diese Mittel schon gegen Sitzblockaden angewendet. Die automatische KFZ-Kennzeichenerfassung soll neuerdings zur lückenlosen Überwachung des Verkehrs dienen. Ohne Betroffene zu informieren ist es möglich Computer mittels der Onlinedurchsuchung auszuspionieren, was verhindert, dass diese dagegen klagen können. Wie die Vorratsdatenspeicherung trotz ’störendem‘ Bundesverfassungsgerichts eingeführt werden kann soll bei dieser IMK besprochen werden. Die Aufzählung könnte noch beliebig lange weiter geführt werden. Was dieser Kampf gegen den Terror bedeutet, erfuhren Demonstrant_innen und Anwohner_innen dieses Jahr in Dresden. Aufgrund der Blockade eines Naziaufmarsches überwachte die Polizei flächendeckend Handys und erstellte Bewegungsprofile von über 40.000 Menschen. “
Diese Liste ließe sich fortführen. Die deutsche Realität (der an diesem Punkt allerhöchstens eine Avantgarde-, aber keineswegs eine Sonderrolle unter den westlichen Demokratien zugeschrieben werden kann) funktioniert längst unter den Prämissen einer effektiven Risikominimierung und sozialen Steuerung. Was die Ruhe und Ordnung stört, muss integriert oder zerschlagen werden.

„Every day I wake up and ask myself what the worst thing is that I could possibly do to punish myself for not overthrowing capitalism.“ (politics is not a banana)

Die totale Steuerung und Verregeltheit der verwalteten Welt verunmöglicht es den Menschen, irgendeine Erfahrung zu machen. Erfahrung, damit meinen wir nicht das, wovon üblicherweise geredet wird, wenn dieser Begriff verwendet wird: „Das vorherrschende Merkmal des spektakular-metropolitanen Ethos ist der Erfahrungsschwund, von dem gerade die Bildung der Kategorie der ‚Erfahrung‘ sicherlich das beredteste Zeugnis ablegt: ‚Erfahrung‘ in jenem eingeschränkten Sinne, in dem man davon spricht, ‚Erfahrungen‘ (sexuelle, sportliche, berufliche, künstlerische, gefühlsmäßige, spielerische usw.) zu machen.“ (tiqqun)
Lediglich der warenförmige Ausfluss des Spektakels, Resultat der verregelten Formen der zweiten Natur, bildet das, was die Menschen mit konkreter Erfahrung verwechseln.
Diese Erfahrungsarmut ist es, die uns vor uns selbst erschaudern lässt, weil wir uns fremd geworden sind, wie uns die anderen fremd geworden sind und wie uns die gesellschaftliche Ordnung fremd ist. Doch sie ist auch der Keim für ein ganz anderes Ganzes. Walter Benjamin schreibt in „Erfahrung und Armut“: „Diese Erfahrungsarmut ist Armut nicht nur an privaten sondern an Menschheitserfahrungen überhaupt. Und damit eine Art von neuem Barbarentum. Barbarentum? In der Tat. Wir sagen es, um einen neuen, positiven Begriff des Barbarentums einzuführen.“ Denn dieses Erschaudern vor sich selbst und der Welt führt zu einer umfassenden Negativität: „Im Ernstfall erweist sich der vollendete ‚homo oeconomicus‘ gleichzeitig als einer, der die Wirtschaft alt aussehen läßt; und der sie in dem Maße alt aussehen läßt, wie das, was ihn jeder Substanz beraubt hat, ihn vollständig unberechenbar gemacht hat. Der Mensch ohne Inhalt hat letztlich die allergrößten Schwierigkeiten sich zurückzuhalten.“ (tiqqun)
Wir werden sehen, wie es ausgeht. In diesem Sinne:

Die Kontrolle verlieren!

Am 3.12.2011: Demo gegen die Innenministerkonferenz in Wiesbaden:
imkwiesbaden.blogsport.de

Aufruf: Gegen die IMK und ihre Freund_innen!

Wir unterstützen den folgenden Aufruf gegen die Innenministerkonferenz in Wiesbaden. Er findet sich auch auf der Seite des Vorbereitungsbündnisses unter http://imkwiesbaden.blogsport.de.

Gegen die IMK und ihre Freund_innen

Wenn Delegierte aus verschiedenen Ländern nach Wiesbaden kommen um zu Themen wie Migration, Grundrechte und Polizeigewalt zu arbeiten, dann klingt das nach einer spannenden Sache. Handelt es sich bei diesen Delegierten jedoch um die 17 alten deutschen Herren der Innenministerkonferenz (IMK) sieht das Ganze nicht mehr so rosig aus. In halbjährlichen Treffen fällen sie Beschlüsse, die die Sicherheit der Menschen vor dem Staat in Gefahr bringt.

„Wir brauchen die, die uns nutzen und nicht die, die uns ausnutzen. Das sollte unser Programmsatz für die Zuwanderungspolitik sein.“ Hans-Peter Friedrich(Bundesinnenminister)

Mit der faktischen Abschaffung des Asylrechts im Jahr 1993 schaffte es dieser Leitsatz ins Grundgesetz. „Bedarfsorientierte Zuwanderung“ nennt es sich, wenn Menschen nur nach ihrem Nutzen für die deutsche Wirtschaft bewertet werden. Konkret bedeutet das, dass viele Flüchtlinge kein sicheres Aufenthaltsrecht besitzen und von Abschiebung bedroht sind, sobald sie als „nutzlos“ für die deutschen Marktinteressen gelten. Diejenigen die der deutsche Staat nur „duldet“ werden durch die Residenzpflicht schikaniert. Zudem werden Menschen die zur Abschiebung verfügbar sein sollen in Abschiebeknästen monatelang gefangen gehalten. Die IMK ist nicht bereit diese Zustände abzuschaffen. Man muss schon „dankbar“ sein, wenn sich dort keine neuen Schikanen ausgedacht werden. Deutsche Asylpolitik beginnt jedoch nicht an deutschen Grenzen sondern wird bequem outgesourced: Flüchtende werden bereits an den europäischen Außengrenzen von der Grenzschutzagentur Frontex abgefangen, welche vom europäischen Parlament immer mehr Rechte zugesprochen bekommt und so zunehmend selbstständiger und unabhängiger wird. Frontex geht dabei laut ProAsyl mit »massiver Aufrüstung und Abschreckung, Demütigungen, Misshandlungen bis hin zu illegalen Zurückweisungen« gegen Flüchtlinge vor. In den letzten 20 Jahren starben über 8.000 Menschen im Mittelmeer beim Versuch ein besseres Leben in Europa zu erreichen.

„Einen Staat, der mit der Erklärung, er wolle Straftaten verhindern, seine Bürger ständig überwacht, kann man als Polizeistaat bezeichnen.“ Ernst Benda (ehem. Präsident des Bundesverfassungsgerichts)

Doch nicht nur im menschenverachtenden Flüchtlingspolitik sucht der Staat Effizienzsteigerung und Optimierungsstrategien. Im sogenannten Kampf gegen den Terror hat sich die IMK in letzter Zeit einiges einfallen lassen. Videoüberwachung öffentlicher Plätze und Gebäude nehmen weiter zu. Selbst in alltäglichen Bereichen wie ÖPNV und Fußballstadien kommt es zu repressiven Maßnahmen um beispielsweise das Sicherheitsrisiko Fußballfan zu reduzieren. Der exzessive Einsatz von „weniger-tödlichen Waffen“ wie Pfefferspray, modernen Wasserwerfern und neuerdings Pepperballs und Teleskop-Schlagstöcken, führt immer wieder zu schweren Verletzungen bis hin zu gesundheitlichen Spätfolgen. In der Vergangenheit wurden diese Mittel schon gegen Sitzblockaden angewendet. Die automatische KFZ-Kennzeichenerfassung soll neuerdings zur lückenlosen Überwachung des Verkehrs dienen. Ohne Betroffene zu informieren ist es möglich Computer mittels der Onlinedurchsuchung auszuspionieren, was verhindert, dass diese dagegen klagen können. Wie die Vorratsdatenspeicherung trotz „störendem“ Bundesverfassungsgerichts eingeführt werden kann soll bei dieser IMK besprochen werden. Die Aufzählung könnte noch beliebig lange weiter geführt werden. Was dieser Kampf gegen den Terror bedeutet, erfuhren Demonstrant_innen und Anwohner_innen dieses Jahr in Dresden. Aufgrund der Blockade eines Naziaufmarsches überwachte die Polizei flächendeckend Handys und erstellte Bewegungsprofile von über 40.000 Menschen.

„Aus diesem Grund begrüße ich es ausdrücklich, dass wieder eine Koordinierungsgruppe der Länder, unter Federführung des BKA, die gewaltbereite linksextreme Szene analysiert. Dieses Gremium existierte bereits zur RAF Zeit und ist jetzt wieder aktiviert worden. Auch das zeigt den Ernst der Lage.“ Boris Rhein zum Abschluss der IMK in Frankfurt (Hessischer Innenminister und Gastgeber der IMK)

Im Fokus der IMK steht seit jeher der sogenannte Linksextremismus. Der Staat definiert hierbei jeden Widerspruch zur „bürgerlichen Mitte“ als extremistisch. Mit der mittlerweile so beliebten Extremismustheorie wird die Idee einer Gesellschaft jenseits von Konkurrenz und Verwertungslogik mit einer faschistischen Vernichtungsideologie gleichgesetzt. Der Einsatz von Spitzeln durch Polizei und Geheimdienst gegen linke Gruppen wird auf der IMK koordiniert und vorangetrieben. Ein bekanntes Beispiel ist Simon Bromma, der 2010 in Heidelberg enttarnt wurde. Im Zuge des bundesweiten Bildungsstreiks begann er in Zusammenarbeit mit zwei weiteren verdeckten Ermittler_innen die linke und studentische Szene zu infiltrieren. Er bespitzelte neun Monate lang Gruppen, vom BUND bis zur Antifa. Es zeigt sich, dass kaum ein Mittel gescheut wird um gegen linke Kritik vorzugehen. Wer gegen diese Zustände demonstrieren will, blickt in die hässliche Fratze alltäglicher Polizeigewalt. Dennoch sind sich die meisten Innenminister darin einig Straftäter_innen in Uniform schützen zu wollen und verhindern die Einführung einer allgemeinen Kennzeichnungspflicht von Polizist_innen.

„Die meisten Menschen sind über Terrorismus und Kriminalität beunruhigt, nicht über polizeiliche Schutzmaßnahmen.“ Wolfgang Schäuble (ehem. Bundesinnenminister)

Wir erkennen, dass die IMK nicht als unabhängiges Gremium gesehen werden kann. Vielmehr ist sie in unser derzeitiges bürgerlich-demokratisches System eingebunden und somit Bestandteil und Organ einer herrschaftlichen Ordnung. Insofern richtet sich unsere Kritik auch gegen die deutsche Gesellschaft und generell gegen das kapitalistische System. Schließlich betreiben die Innenminister eine der dringlichsten Aufgaben des Staates im Kapitalismus: Bevölkerungspolitik. Die Bevölkerung, das Humankapital also, soll funktionalisiert, flexibilisiert und optimiert werden, ist der Staat doch existenziell auf funktionierendes Humankapital angewiesen, um in der Weltmarktkonkurrenz gegen andere Staaten bestehen zu können. Solange der deutsche Standort stets »gestärkt aus der Krise« (Angela Merkel) hervorgeht, erscheint den treuen Staatsbürger_innen eine aggressive Law-and-Order-Ideologie, sowie der nationale Glauben an den eigenen Standort sinnvoller als die Analyse gesellschaftlicher Strukturen und Machtverhältnisse. Dass die gesteigerte Wirtschaftsleistung des eigenen Standorts die wirtschaftliche Deklassierung anderer Standorte bedeutet, wird allerdings gekonnt ausgeblendet. Mehr noch: Miseren anderer Standorte werden in sozialchauvinistischer und kulturrassistischer Manier zur Folge „gewisser Eigenarten“ der Krisenverlierer verklärt. Dies zeigt sich an aktuellen gesellschaftlichen Diskursen wie zum Beispiel der Griechenland Debatte.

„Das Bundeskriminalamt, Länderpolizeien und das Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik haben die Initiative zur Gründung von ‚Institutional Public Private Partnerships‘ ergriffen, die die verschiedenen Akteure miteinander verbinden sollen.“ Boris Rhein zum Abschluss der IMK in Frankfurt (Hessischer Innenminister und Gastgeber der IMK)

Mit seinem Gewaltmonopol sichert der Staat die kapitalistische Produktionsweise, indem er sich für das Privateigentum an Produktionsmitteln verbürgt. Kontrolle und Herrschaft sind aber nicht nur in der Hand des Staates –“Institutional Public Private Partnerships“ sind ein Beispiel der Zusammenarbeit zwischen Staat und Unternehmen. Zwischen den neoliberalen Ökonomisierungs-und Privatisierungstendenzen von Bildung und Gesundheit auf der einen Seite und dem postmodernen Outsourcen exekutiver Gewalt auf der anderen Seite liegt ein Unterschied. Mit dem Outsourcing des Gewaltmonopols bedroht der Staat seinen eigenen
Kernbereich und wird zur Verwaltungsinstitution. Unser Interesse aber ist es nicht den Staat und sein Gewaltmonopol zu retten. Stattdessen gilt es Staat, Nation und Kapital zu überwinden. Wir wollen dass sich die Produktionsweise an den Bedürfnissen der Menschen orientiert und nicht die Bedürfnisse an der Produktionsweise. Der bürgerlichen Floskel vom »Ende der Geschichte« ( Francis Fukuyama), die den Kapitalismus als bestmögliche Wirtschaftsordnung begreift, begegnen wir mit der Möglichkeit der Veränderung, die den gesellschaftlichen Verhältnissen doch immanent ist.
Demnach bleibt uns nichts als die radikale Kritik der Verhältnisse:

Für die soziale Revolution!

Soli-Grüße an Schlaflos in Frankfurt…

Liebe Genoss_innen,

wir haben die Besetzung miterlebt und können nur sagen: großartig.
In Zeiten sich zuspitzender sozialer Verhältnisse ist es wichtiger denn je, sich Räume anzueignen, die als Rückzugsorte für die unausweichlich kommenden Kämpfe genutzt werden können. Die französischen Genoss_innen der Gruppe tiqqun schreiben in ihrem „Aufruf“: „Die Wüste kann sich nicht mehr ausbreiten: Sie ist überall. Aber sie kann sich noch vertiefen.Vor der Offenkundigkeit der Katastrophe gibt es jene, die sich empören, und jene, die sie zur Kenntnis nehmen; jene, die denunzieren und jene, die sich organisieren. Wir sind an der Seite derer, die sich organisieren.“
In dieser Hinsicht ist es unerlässlich, Räume des Austausch und des Sich-Findens zu schaffen. Räume, in denen wir uns organisieren können, in denen wir dem Joch der Lohnarbeit entfliehen können, in denen wir eine Existenz leben können, deren Möglichkeiten und Erfahrungen uns zu einem anderen, revolutionären Bewusstsein drängen.
Mit eurer Intervention stellt ihr die Logik des Eigentums grundsätzlich in Frage. Das finden wir gut und wünschen euch viel Kraft, auch im Widerstand gegen die kommende juristische Repression, in der wir selbstverständlich an eurer Seite kämpfen.

Schafft ein, zwei, viele besetzte Häuser!
Schumann 60 war nur der Anfang!

Besetzt!

solidarity action with the skaramanga squat

On the 29th of July, the Skaramanga squat in Athens was evicted by heavy police forces, following the legal action by the building’s owners. One person who entered the building to be present at the eviction proceedings has been arrested. Another seventy people who tried to approach the building were pushed back by heavy police forces.

Activists reoccupied the building later that day. In solidarity with the squatters from Athens, we hung up a banner at the „Institut für vergleichende Irrelevanz“ in Frankfurt/Main.

Much love, keep on the struggle!

Am 29. Juli wurde das Skaramanga-Squat in Athen mit massiv aufgefahrenen Polizeikräften geräumt, nachdem der Eigentümer rechtliche Schritte unternommen hatte. Eine Person, die das Gebäude während der Räumung betrat um das Vorgehen der Polizei zu beobachten, wurde verhaftet. Weitere 70 Menschen, die versuchten das Gebäude zu erreichen wurden von der Polizei zurückgedrängt.

Später an diesem Tag besetzten Aktivisten das Gebäude erneut. In Solidarität mit den Athener Besetzer_innen haben wir ein Transparent am „Institut für vergleichende Irrelevanz“ in Frankfurt/Main angebracht.

Liebe und Kraft, gebt nicht auf!

Homepage des Projekts: http://pat61.squat.gr/

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It says: „Back again… No day without Skaramanga Squat“ and „Doppelt besetzt hält länger…“ (When squatted twice, the squat lasts longer…)

English calling against the al-quds-day in berlin

Fight religion and antisemitism!
Calling against the al-quds-day in berlin!

What is the al-quds-day?

The al-quds-day is an official holiday in Iran. But also in Germany, supporters of the Iranian government and other so-called “friends of palestine” celebrate the day and express their antisemitism in public. Violence and insults against people that are marked as “zionist” or “under zionist influence” characterized the rallies so far. The slogans reached from “Israel – Kindermörder” (Israel murders children), which reproduces the old antisemitic picture of child-slaughtering Jews, to “Intifada bis zum Sieg” (Intifada till victory), which claims solidarity with the antisemitic movement in the near east.

What’s hate got to do with us…

We could ask ourselves what that’s got to do with us. The antisemitic events on the al-quds-day are not happening coincidentally. They are an expression of a world view that wants to spread prejudices and delusional hate against Jews by using religious arguments. And it’s a fact that the people holding that view take “practical measures” to support their cause: From april till june 2010 alone, the German government counted 288 antisemitic crimes. In one year that would be about thousand.

Religion sucks – then, now and forever!

While there are a lot of different antisemitic ideologies, the al-quds-day is an Islamic event, to be precise a Shiitic one. Islam offers his followers, like many religions, a promise of paradise after death: an exit out of the ubiquitous misery that this world has to offer. In this concept, salvation can be found in martyrdom. That itself may be crazy, but not dangerous for others. That changes when the concept of martyrdom is combined with an idea of holy war to convert the unbelievers to the “true religion” or annihilate them. The murderous results of such an ideology can be seen in the pictures of suicide attacks all around the globe.
A lot of people face a sinister future wherever this ideology is asserted: women, that are forced into burqas and headscarves, gays, lesbians and transgenders that are persecuted and killed, jews, communists, anarchists, and so on and so forth.

We won’t hold back!

Here in Germany, we can observe the results of the Islamic ideology as well (but of course in a weaker form): girls which are forced into marriages, Islamic males using antisemitic violence, or transgenders that even have to defend themselves against violence in the “more tolerant” parts of town. It would of course be a mistake to blame Islam exclusively for these problems. German society has its own traditional forms of antisemitism, homo- or transphobia and is still mostly structured patriarchal. But Islamic religion is obviously means to spread resentments and justify oppression. This is something we have to stand up against: we want to choose how to live our lifes ourselves, not being forced to live after the rules of some archaic idiots, telling us what “good” life is.

### current for a cosmopolitan insurrection ### july 2011 ###

Aufruf gegen den Al-Quds-Tag in Berlin

Kein Bock auf religiöse und antisemitische Scheiße!
Heraus gegen den Al-Quds-Tag!

Was ist der Al-Quds-Tag?

Der Al-Quds-Tag ist ein gesetzlicher Feiertag im Iran. Auch in Deutschland wird der Tag von Anhänger_innen der iranischen Regierung und Palästinabewegten aus verschiedenen politischen Lagern begangen. In den vergangenen Jahren fielen die Al-Quds-Tage in Berlin vor allem durch Gewalt und Beschimpfungen gegenüber Menschen, die vermeintlich als „zionistisch“ oder „zionistisch beeinflusst“ identifiziert wurden, auf. Sprüche wie „Israel – Kindermörder“, der das alte antisemitische Bild der Kinder ermordenden Juden aufgreift, oder „Intifada bis zum Sieg“, der sich mit den antisemitischen Bewegungen im Nahen Osten solidarisiert, waren an der Tagesordnung.

What’s hate got to do with us…

Die Frage drängt sich auf, was das mit uns zu tun haben soll. Die antisemitischen Ausfälle des Al-Quds-Tag sind keine Ereignisse, die zufällig passieren. Sie sind Ausdruck eines Weltbildes, das mit religiösen Argumentationen Vorurteile und wahnhaften Hass gegen Juden und Jüdinnen verbreiten möchte. Wer als Zionist oder Jüdin identifiziert wird hat ganz real nichts zu lachen: Allein von April bis Juni 2010 zählte die Bundesregierung laut einer Anfrage im Bundestag 288 antisemitische Straftaten. Auf ein Jahr hochgerechnet sind das rund 1000 im Jahr.

Religion war als Kind schon scheiße!

Während die Palette der antisemitischen Ideologien breit ist, handelt es sich beim Al-Quds-Tag vor allem um eine islamistische Veranstaltung, insbesondere der schiitischen Glaubensrichtung. Der Islam bietet, wie so viele Religionen, den Gläubigen mit dem Versprechen des paradiesischen Lebens nach dem Tod einen vermeintlichen Ausweg aus dem allgegenwärtigen Elend an. Im Opfern für die Bewegung lässt sich Erlösung finden. So weit so verrückt. Gefährlich wird es allerdings, wenn diese Opferung mit dem Konzept eines heiligen Krieges verknüpft wird, in dem Ungläubige bekehrt oder vernichtet werden müssen. Die Selbstmordattentate in aller Welt sind deutlicher Ausdruck dieser mörderischen Kombination.
Überall wo sich diese Ideologie durchsetzt sieht es für eine ganze Reihe von Leuten schlecht aus: Frauen, die unter Burkas und Kopftücher gezwängt werden, Schwule, Lesben und Trans, die verfolgt und umgebracht werden, Jüdinnen und Juden, Kommunist_innen, Anarchist_innen und so weiter und so fort.

We won’t hold back!

Auch bei uns zeigen sich, wenn auch natürlich in viel schwächerer Form diese Ekelhaftigkeiten: Mädchen, die zwangsverheiratet werden sollen, islamistische Männer, die antisemitische Gewalttaten durchführen oder Transgender, die selbst im Szenekiez Angst haben müssen, zusammengeschlagen zu werden. Verfehlt wäre es, alle diese Probleme auf den Islam zu schieben. Auch die deutsche Durchschnittsgesellschaft strotzt vor Antisemitismus, Homo- und Transphobie und ist auch nach wie vor patriarchal geprägt. Aber auch die islamische Religion ist ein ganz offensichtlich funktionierendes Mittel um Ressentiments zu transportieren und Unterdrückung zu rechtfertigen.
Dagegen gilt es sich zu wehren: unsere Leben so zu leben wie wir es wollen, unbeeinflusst von rückwärtsgewandten Idioten, die uns Vorschriften für ein „besseres“ Leben machen wollen.

### current for a cosmopolitan insurrection ### juli 2011 ###

Mobiveranstaltung: Kein Al-Quds-Tag 2011

Flyer VorderseiteFlyer Rückseite

Wir laden euch herzlich am 20. Juli um 20 Uhr zu einer Mobilisierungsveranstaltung im IVI gegen den diesjährigen Al-Quds-Tag in Berlin ein! Ein Vertreter des antifaschistischen Bündnisses wird uns eine kurze Einführung zum Stand der Mobilisierung und die inhaltliche Kritik des Bündnisses geben.

more infos:
noalquds.blogsport.de
antifa-neukoelln.net
cosmopolitaninsurrection.wordpress.com